Ratgeber · Sachsen
Die eigene Putzhilfe über die Pflegekasse bezahlen?
Die Frau, die seit Jahren donnerstags kommt, soll jetzt über den Entlastungsbetrag laufen. In Sachsen geht das auf genau einem Weg.
Kurz gesagt
Die Pflegekasse erstattet den Entlastungsbetrag nur für Angebote, die das Land Sachsen anerkannt hat. Eine private Putzhilfe ist das nicht, auch wenn sie angemeldet ist und eine Rechnung schreibt.
Der eine Weg heißt Nachbarschaftshilfe. Ihre Hilfe macht einen kurzen Kurs, lässt sich bei ihrer Pflegekasse anerkennen und bekommt dann höchstens 10 Euro je Stunde. Mit Ihnen verwandt sein oder bei Ihnen wohnen darf sie nicht.
Was die Kasse nicht erstattet
Eine Reinigungsfirma ohne Anerkennung. Das Gesetz lässt beim Entlastungsbetrag nur ganz bestimmte Leistungen zu, und Hilfe im Haushalt gehört nur dann dazu, wenn das Angebot nach Landesrecht anerkannt ist. Manche Reinigungsfirmen in Sachsen haben diese Anerkennung. Das lässt sich im PflegeNetz nachsehen.
Eine Minijobberin über den Haushaltsscheck geht ebenso wenig. Die Anmeldung bei der Minijob-Zentrale ist ordentlich und bringt Vorteile bei der Steuer, eine Anerkennung ersetzt sie nicht.
Und bar an Bekannte: Dafür gibt es keinen Beleg, den die Kasse annimmt.
Nachbarschaftshilfe in Sachsen, Schritt für Schritt
Nachbarschaftshelferin kann jede volljährige Person werden. Sie muss keine Nachbarin im wörtlichen Sinn sein. Ausgeschlossen ist, wer mit Ihnen bis zum 2. Grad verwandt oder verschwägert ist, also Kinder, Enkel, Geschwister und deren Ehepartner. Ebenso ausgeschlossen ist, wer mit Ihnen in einem Haushalt lebt oder Sie bereits als Pflegeperson versorgt. Eine Nichte oder die Frau von nebenan kommen in Frage.
Zuerst kommt ein Grundkurs, laut PflegeNetz fünf Termine zu je 90 Minuten. Die Kosten dafür übernimmt die Pflegekasse. Mit der Teilnahmebestätigung schickt die Helferin eine Erklärung an ihre eigene Pflegekasse, und die erkennt sie an, befristet auf 3 Jahre.
Danach hilft sie im Haushalt, beim Einkauf oder leistet Gesellschaft. Reine Gartenarbeit und Handwerk sind nicht vorgesehen, Pflege ohnehin nicht. Sie selbst bezahlen die Stunden, füllen mit ihr das Formular der Kasse aus, beide unterschreiben, und Ihre Pflegekasse erstattet Ihnen den Betrag.
| Wer | volljährig, nicht bis zum 2. Grad verwandt oder verschwägert, nicht im selben Haushalt |
| Kurs | Grundkurs, rund 7,5 Stunden, bezahlt von der Pflegekasse |
| Anerkennung | bei der Pflegekasse der Helferin, für 3 Jahre |
| Geld | höchstens 10 € je Stunde |
| Umfang | höchstens 40 Stunden im Monat, für alle Betreuten zusammen |
| Abrechnung | Sie zahlen, reichen das Formular ein, die Kasse erstattet |
Formulare und Kursanbieter: Nachbarschaftshelfer im PflegeNetz Sachsen
Was das in Stunden heißt
Aus 131 € Entlastungsbetrag werden bei 10 Euro je Stunde gut 13 Stunden im Monat. Bei einem Dienst wie uns sind es zu 42,45 € je Stunde rund 3 Stunden. Wer eine verlässliche Person im Umfeld hat, bekommt über die Nachbarschaftshilfe also deutlich mehr Stunden.
Wann ein anerkannter Dienst besser passt
Wenn es niemanden gibt, der in Frage kommt. Das ist häufiger, als man denkt: Die Kinder sind ausgeschlossen, und die frühere Putzhilfe möchte keinen Kurs machen.
Wenn es mehr als 40 Stunden im Monat werden. So viel darf eine Nachbarschaftshelferin insgesamt leisten, für alle Menschen zusammen, denen sie hilft.
Und wenn jemand einspringen soll, falls die feste Person krank ist oder in den Urlaub fährt. Bei uns kommt dann eine Vertretung, die Sie vorher kennengelernt haben.
Über den Entlastungsbetrag abrechnen können wir, sobald unsere Anerkennung vorliegt. Sie ist beantragt. Bis dahin kommen wir als Selbstzahler-Angebot. Was Ihnen nach Pflegegrad zusteht: Pflegegrad 1, Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4 und 5.
Häufig gestellte Fragen
Kann meine Tochter über den Entlastungsbetrag bezahlt werden?
Nein. Kinder, Enkel, Geschwister und ihre Ehepartner sind als Nachbarschaftshelfer ausgeschlossen, weil sie bis zum 2. Grad verwandt oder verschwägert sind. Eine Nichte darf es. Für Angehörige, die helfen, gibt es andere Wege, etwa das Pflegegeld ab Pflegegrad 2.
Kann ich meine Reinigungsfirma über die Pflegekasse bezahlen?
Nur, wenn die Firma in Sachsen als Angebot zur Unterstützung im Alltag anerkannt ist. Einige sind es. Fragen Sie die Firma nach dem Bescheid oder sehen Sie im PflegeNetz Sachsen nach. Ohne Anerkennung erstattet die Kasse nichts, auch nicht anteilig.
Muss ich die Nachbarschaftshilfe vorher bezahlen?
Ja. Sie bezahlen Ihre Helferin selbst und bekommen das Geld von der Pflegekasse zurück, bis zur Höhe Ihres Entlastungsbetrags. Ab Pflegegrad 2 lässt sich zusätzlich ein Teil des Betrags für den Pflegedienst dafür nutzen.
Darf eine Nachbarschaftshelferin mehreren Menschen helfen?
Ja. Eine feste Obergrenze an Personen gibt es nicht, wohl aber eine an Stunden: höchstens 40 im Monat, für alle zusammen, und immer nur einer Person gleichzeitig.
Gilt das auch außerhalb von Sachsen?
Nein. Jedes Bundesland regelt die Nachbarschaftshilfe selbst, mit eigenen Kursen, Beträgen und Grenzen. Was hier steht, gilt für Menschen mit Wohnsitz in Sachsen.
Niemand im Umfeld, der das übernehmen kann?
Dann kommen wir. In Dresden jede Woche dieselbe Person, mit Vertretung, wenn sie ausfällt.
Hilfe anfragenWie können wir helfen?
Beides dauert keine zehn Minuten — und verpflichtet zu nichts.
Sie brauchen Hilfe im Alltag
Begleitung, Haushalt, Einkäufe, Gesellschaft. Mit Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse einen Teil der Kosten — wir sagen Ihnen, was Ihnen zusteht.
Hilfe anfragenLieber am Telefon? 0151 70233415
Sie möchten bei uns arbeiten
Als Alltagshelferin oder Alltagshelfer im Minijob, in Ihrer Nähe. Vorerfahrung brauchen Sie keine. Die Basisschulung machen Sie vor dem Start bei einem anerkannten Anbieter, das Führungszeugnis bezahlen wir.
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