Alltagsbegleiter und Alltagsbegleitung in Sachsen

Jemand kommt vorbei, immer am selben Wochentag, und bleibt ein paar Stunden. Was in dieser Zeit passiert, entscheiden Sie — reden, rausgehen, Karten spielen oder einfach, dass jemand im Haus ist.

Fachlich geprüft von Pflegefachmann L. Strik am

Was ist Alltagsbegleitung?

Alltagsbegleitung ist die Leistung, bei der die Anwesenheit selbst die Leistung ist. Es wird nicht geputzt und nichts abgearbeitet. Es kommt jemand, der Zeit mitbringt: zum Reden, zum Spazierengehen, zum Vorlesen, zum Kartenspielen — oder um mit zum Arzt zu gehen und sich zu merken, was gesagt wurde.

Was daraus wird, steht selten schon beim ersten Termin fest. Häufig beginnt es mit einem konkreten Anlass und verschiebt sich über die Wochen in Richtung dessen, was tatsächlich gebraucht wird. Deshalb legen wir vorher keinen Ablaufplan fest, sondern nur den Termin.

Ein Hinweis, den wir lieber vorher geben: Wenn im Haushalt vor allem Körperpflege oder Medikamente das Thema sind, ist Alltagsbegleitung nicht die passende Leistung — dann brauchen Sie einen Pflegedienst, und wir nennen Ihnen Adressen.

Alltagsbegleitung ist eine Betreuungs- und Entlastungsleistung und kann über den Entlastungsbetrag nach § 45b SGB XI finanziert werden. Voraussetzung ist die landesrechtliche Anerkennung des Anbieters — unsere ist beim KSV Sachsen beantragt und noch nicht erteilt.

Für wen ein Alltagsbegleiter da ist

Für Menschen mit Pflegegrad, die in der eigenen Wohnung bleiben möchten und sich dort Gesellschaft oder eine helfende Hand wünschen. Oft sind es Seniorinnen und Senioren.

Aber nicht nur. Ein Pflegegrad hat mit dem Alter wenig zu tun. Wer mit Mitte vierzig nach einem Schlaganfall wieder zu Hause lebt, bekommt bei uns genauso einen festen Alltagsbegleiter wie die 88-jährige Nachbarin von gegenüber.

Oft ruft auch die Tochter an, die zwei Städte weiter wohnt. Oder der Sohn. Dann besprechen wir alles mit Ihnen. Beim ersten Treffen ist Ihre Mutter oder Ihr Vater dabei und entscheidet selbst, ob es passt.

Ohne Pflegegrad sind Sie genauso willkommen. Manche möchten einfach, dass jeden Donnerstag jemand mit zum Einkaufen geht. Das bezahlen Sie dann selbst, den Preis nennen wir vorher.

Pflegeberatungen und Sozialdienste können uns jemanden vorschlagen, wenn die Person einverstanden ist. Wie das abläuft

Was macht ein Alltagsbegleiter?

Bei uns heißen dieselben Menschen mal Alltagsbegleiter, mal Alltagshelfer. Gemeint ist eine Person, die Sie vorher kennenlernen und die dann jede Woche wiederkommt. Was sie in den Stunden tut, hängt von Ihnen ab. Zum Beispiel:

  • Gesellschaft und Gespräche
  • Gemeinsame Spaziergänge
  • Begleitung zu Arztterminen
  • Vorlesen und Gedächtnistraining
  • Gesellschaftsspiele und Beschäftigung
  • Begleitung bei Ausflügen
  • Unterstützung bei der Tagesstruktur
  • Begleitung zu kulturellen Veranstaltungen

Eine Betreuungskraft für zu Hause

Viele suchen eine Betreuungskraft oder einen Betreuungsassistenten und meinen damit genau das, was unsere Alltagsbegleiter tun. Jemand kommt nach Hause, bringt Zeit mit und begleitet durch den Tag. Gepflegt wird dabei nicht.

Unsere Helferinnen und Helfer haben die Basisschulung für Alltagshilfe in Sachsen, 40 Stunden. Angeleitet werden sie von einer examinierten Pflegefachkraft. Bringt jemand zusätzlich eine Weiterbildung zur Betreuungskraft mit, erfahren Sie das beim Kennenlernen.

Wir kommen stundenweise. Eine Betreuungskraft, die bei Ihnen einzieht und rund um die Uhr da ist, vermitteln wir nicht.

Was kostet ein Alltagsbegleiter?

Wenn die Pflegekasse zahlt, gilt in Sachsen eine feste Obergrenze: höchstens 42,45 Euro für eine Stunde Betreuung und Begleitung, die Fahrzeit schon eingerechnet. Unseren Stundensatz nennen wir Ihnen im ersten Gespräch, bevor Sie sich entscheiden.

Ab Pflegegrad 1 zahlt die Pflegekasse bis zu 131 Euro im Monat, den Entlastungsbetrag. Das reicht für ungefähr drei Stunden. Was Sie in einem Monat nicht nutzen, wird angespart. Ab Pflegegrad 2 kommen weitere Töpfe dazu, mit denen deutlich mehr Stunden möglich sind.

Ohne Pflegegrad können Sie einen Alltagsbegleiter auch selbst bezahlen, den Preis erfahren Sie vorher. Mit der Pflegekasse abrechnen können wir, sobald der KSV Sachsen uns anerkannt hat. Der Antrag läuft.

Kosten und Finanzierung im Einzelnen

Alltagsbegleitung bei Demenz

Viele suchen einen Alltagsbegleiter für einen Menschen mit Demenz. Dann zählt vor allem, dass es dieselbe Person bleibt. Dienstags um zehn kommt Frau Schulze. Nach ein paar Wochen weiß man das, auch wenn man ihren Namen vergisst.

In ihrer Basisschulung lernen unsere Helferinnen und Helfer, wie man mit wiederholten Fragen, Unruhe und dem Drang, loszulaufen, umgeht. Angeleitet werden sie von einer examinierten Pflegefachkraft. Waschen, Anziehen und Medikamente bleiben beim Pflegedienst.

Häufig gestellte Fragen

Wie oft kommt ein Alltagsbegleiter?

Das bestimmen Sie. Manche möchten jede Woche eine Stunde, andere lieber alle zwei Wochen einen längeren Nachmittag. Der Entlastungsbetrag der Pflegekasse reicht für ungefähr drei Stunden im Monat. Was darüber hinausgeht, rechnen wir vorher mit Ihnen durch.

Ist ein Alltagsbegleiter dasselbe wie ein Alltagshelfer?

Ja. Beide Wörter sind verbreitet und meinen dasselbe: eine geschulte Person, die regelmäßig kommt, Zeit mitbringt und im Alltag mit anpackt. Wir benutzen beide.

Ist ein Alltagsbegleiter eine Betreuungskraft?

Im Sprachgebrauch ja, und auch Betreuungsassistent meint oft dasselbe. Bei uns bedeutet es: eine geschulte Person kommt stundenweise zu Ihnen nach Hause und begleitet Sie. Pflege gehört nicht dazu. Eine Betreuungskraft, die bei Ihnen einzieht, vermitteln wir nicht.

Wie finde ich einen Alltagsbegleiter in der Nähe?

Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns, wo Sie wohnen. Wir suchen dann jemanden, der in Ihrem Ort oder Stadtteil lebt. In Dresden und Umgebung geht das am schnellsten, weiter draußen in Sachsen sagen wir Ihnen gleich, ob wir dort schon jemanden haben.

Kommt immer derselbe Helfer?

Das ist der Kern unseres Konzepts, deshalb verpflichten wir Helfer beim Einstieg auf mindestens sechs Monate. Bei Urlaub oder Krankheit organisieren wir eine Vertretung und sagen Ihnen vorher, wer kommt. Wenn jemand nicht passt, tauschen wir — dafür müssen Sie sich nicht rechtfertigen.

Was, wenn meine Mutter niemanden ins Haus lassen will?

Das ist der häufigste Einwand und meistens berechtigt. Wir fangen mit einem kurzen Kennenlerntermin ohne Verpflichtung an, danach kommt dieselbe Person immer wieder. Aus der Fremden wird über ein paar Wochen ein fester Teil der Woche. Wenn nicht, hören wir auf — das ist kein Drama.

Brauche ich einen Pflegegrad für Alltagsbegleitung?

Damit die Pflegekasse zahlt, ja: ab Pflegegrad 1 gibt es 131 Euro im Monat. Ohne Pflegegrad können Sie einen Alltagsbegleiter selbst bezahlen. Und wenn Sie vermuten, dass ein Pflegegrad in Frage kommt, sagen wir Ihnen, wie der Antrag läuft.

Gibt es in Sachsen auch kostenlose Alltagsbegleiter?

Ja. Der Freistaat fördert ein Ehrenamtsprogramm für Menschen ab 60 Jahren ohne Pflegegrad, mit bis zu 32 Stunden im Monat. Es läuft über Vereine, Kirchgemeinden und andere gemeinnützige Träger, die Liste finden Sie beim PflegeNetz Sachsen. Wer einen Pflegegrad hat, kann dort nicht teilnehmen und nutzt stattdessen den Entlastungsbetrag.

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Erzählen Sie uns, wer Unterstützung braucht. Wir suchen einen Alltagsbegleiter aus Ihrer Nähe, das erste Gespräch kostet nichts.

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Wie können wir helfen?

Beides dauert keine zehn Minuten — und verpflichtet zu nichts.

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Begleitung, Haushalt, Einkäufe, Gesellschaft. Mit Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse einen Teil der Kosten — wir sagen Ihnen, was Ihnen zusteht.

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Als Alltagshelferin oder Alltagshelfer im Minijob, in Ihrer Nähe. Vorerfahrung brauchen Sie keine. Die Basisschulung machen Sie vor dem Start bei einem anerkannten Anbieter, das Führungszeugnis bezahlen wir.

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